Spiritualität


Die Spiritualität des Ordens wird vom Ziel her bestimmt: "den Namen unseres Herrn Jesus Christus aller Welt zu verkündigen" (Honorius III., 18.1.1221). Es soll eine Predigt sein, die wie bei Dominikus aus der Fülle der Beschauung fließt. Dominikus war vom kontemplativen Leben geprägt, als er seine Predigttätigkeit begann. Auch als Wanderprediger widmete er sich intensiv dem Gebet: Eucharistiefeier, Stundengebet, Meditation. "Er sprach nur mit Gott und von Gott". Sein betrachtendes Gebet begleitete er mit Gesten und Körperhaltungen, die ein einzigartiges Beispiel leiblichen Betens in der christlichen Tradition darstellen. Er übernahm bewusst das feierliche Chorgebet und gab den Brüdern die Weisung, sie sollen "als Männer des Evangeliums, die den Spuren ihres Erlösers folgen, mit Gott und von Gott sprechen, untereinander und mit den Nächsten" (Satzungen von 1220).

 
Der Heilige Dominikus
unterm Kreuz
Thomas von Aquin fasst seine Sicht des Predigerordens in die Formel: "contemplari et contemplata aliis tradere" (sich der Kontemplation widmen und die Frucht der Kontemplation an andere weitergeben). Charakteristisch für das dominikanische Leben ist das ständige Studium. Dominikus hatte klar erkannt, wie wichtig eine gute theologische Bildung war. Für einen Orden, dessen Charisma die Predigt ist, der sich der Kontemplation widmet, ist das Studium zusammen mit der Liturgie ein wesentliches Element seiner Spiritualität.







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