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Seliger Pier Giorgio Frassati


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Patron:
4. Juli - nicht gebotener Gedenktag

* 6. April 1901, 4. Juli 1925

Terziar

Seliggesprochen durch Papst Johannes Paul II. am 20. Mai 1990

der Wanderwege in Italien

Pier Giorgio Frassati war Sohn der Malerin Adelaide Ametis und des Vaters Alfredo Frassati, der als Agnostiker Gründer und Herausgeber der liberalen Tageszeitung La Stampa war und hohe politische Ämter innehatte, unter anderem auch als Senator sowie als italienischer Botschafter in Deutschland. Pier Giorgio wurde in einer von Jesuiten geleiteten Schule erzogen. Die Lektüre der Bibel, die Eucharistie und die Verehrung der Maria wurden Pfeiler in seinem geistlichen Leben. Im Jahr 1918 trat er in die Vinzenz-Konferenz ein und widmete seine Freizeit der Unterstützung von Kranken und Bedürftigen, kümmerte sich um Waisen und um die vom 1. Weltkrieg heimgekehrten Soldaten; im Umgang mit ihnen machte er sich das Wort Jesu zu eigen: "Wer ohne Sünde ist, werfe den ersten Stein!" (Joh 8,7).

Pier Giorgios Eltern, insbesondere seine Mutter, beobachteten, wie ihr Sohn zum katholischen Glauben hingezogen wurde, und sie versuchten, ihn davon abzubringen. Von Freunden wurde er ob seines Glaubenseifers scherzhaft auch Robespierre genannt. Mit seinen Freunden unternahm er gerne Bergtouren und ermahnte sie: Lernt, in eurer Seele stärker zu sein als mit euren Muskeln. Als sein Vater italienischer Botschafter in Berlin war, lebte er einige Zeit als Gaststudent in der Familie des großen deutschen katholischen Theologen Karl Rahner, der über ihn schrieb: Sein Glaube wurzelte im eigentlichen Wesen des Christentums: Gott lebt. Das Gebet ist Ausdruck der menschlichen Existenz. Die Sakramente sind die Nahrung für das ewige Leben. Die alle umfassende Brüderlichkeit ist das Gesetz der menschlichen Beziehungen.

Kurz vor Abschluss seines Studiums erkrankte Pier Giorgio an Kinderlähmung, die er sich bei seinen Besuchen in den Elendsvierteln Turins zugezogen hatte. Da seine Großmutter im Sterben lag, bemerkte niemand, wie schwer krank Giorgio war. Nach sechs Tagen großer Leiden starb er im Alter von 24 Jahren.

Die Nachricht von Pier Giorgios Tod verbreitete sich schnell in Turin. Menschen aus allen sozialen Schichten strömten zu seinem Begräbnis. 1981 wurde sein Sarg geöffnet und sein Leichnam unverwest gefunden. In den italienischen Alpen ist ein Wegenetz, das besonders für Schulklassen den Zugang zur Natur und zu den Bergen öffnen soll, ist nach ihm bekannt.
Quelle: www.heiligenlexikon.de







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